Mit dem Abendwind ins Artland

In die Lüfte gingen drei Damen, die bei einer Verlosung im Rahmen der Veranstaltung „RadAktiv im Eggertal“ im August 2015 eine Ballonfahrt gewonnen hatten. Begleitet wurden sie dabei vom 1. Vorsitzenden des Vereins RadAktiv, Theo Stottmann und Georg Geers. Mit einem lauen Abendwind ging es bis nach Rüsfort.

Viele Zuschauer hatten sich beim Start im Sternbuschstadion eingefunden.

Viele Zuschauer hatten sich beim Start im Sternbuschstadion eingefunden.

Beeindruckt zeigte sich Ballonpilot Rainer Herkenhoff beim Start von den zahlreichen Zaungästen, die sich im Sternbuschstadion eingefunden hatten. Auch Clemens Seelmeyer, der seinerzeit die Ballonfahrt als Hauptgewinn gestiftet hatte, zählte zu den winkenden Zaungästen, als das Gefährt mit 4250 Kubikmeter heiße Luft aufstieg. In luftiger Höhe ließen die Ballonfahrer Eggermühlen schnell hinter sich, zogen an Kettenkamp vorbei in Richtung Loxten. Professionell und routiniert zeigte sich Herkenhof, Chef des Mettinger Ballonteams, bei der Fahrt, jeder Handgriff saß. Von seinem Opa, so Herkenhoff, sei er mit dem Virus Ballonfahrt infizierte worden. Im Mai 1980 sei es gewesen, als dieser ihn in einen Ballonkorb gesetzt hatten. Interessante Geschichten von vielen Fahrten weltweit, wußte Herkenhoff bei seiner 1167. Fahrt zu berichten. Viermal habe er mit einem Ballon die Alpen überquert - jedesmal ein grandioses Erlebnis.

Im sommerlichen Abendlicht zeigte sich das Gut Loxten

Im sommerlichen Abendlicht zeigte sich das Gut Loxten

Georg Geers, Petra Klune, Beate Schulte, Theo Stottmann und Andrea Stalfort genossen die lautlose Ballonfahrt an dem lauen Sommerabend

Georg Geers, Petra Klune, Beate Schulte, Theo Stottmann und Andrea Stalfort genossen die lautlose Ballonfahrt an dem lauen Sommerabend

Als ein eindrucksvolles Erlebnis entpuppt sich die Ballonfahrt, die die Passagiere mit dem Abendwind in Richtung Artland treibt, auch. Über den Baumwipfeln der Eichen, die die Loxtener Straße säumen, wächst violett-bläulich die Spitze des Herrenhauses von Gut Loxten. Minuten später breitet sich die imposante Anlage des Wasserschlosses im malerischen Spätsommerlicht unter dem Ballon aus. Gemächlich geht es über die Bauerschaft Suttrup. Einmal die Plätze wechseln - zwei der vier Gasflaschen sind verbraucht - umstöpseln. Ein paar Handgriffe und schon fauchen abermals die Brenner, um dem Luftgefährt Auftrieb zu verschaffen. Vielerorts Getreidefelder auf denen Mähdrescher surren. Wie ein weißer Streifen zieht die Nordwest-Bahn lautlos durch die grüne Landschaft. Weniger hundert Meter weiter östlich schlängelt sich die Hase durch das Artland. Nach gut 90 Minuten, die Suche nach einer Landemöglichkeit. Eine freie Fläche nicht in Sicht. Mais, soweit das Auge reicht. Im tiefer Fahrt geht es über die Spitzen der Maispflanzen. Ein abgeerntetes Roggenfeld wenige hundert Meter östlich scheint ein geeigneter Landeplatz. Mit Fahrrädern und Autos nähern sich Schaulustige.

Eine perfekte Landung auf einem Stoppelacker in Rüsfort  Fotos: Georg Geers

Eine perfekte Landung auf einem Stoppelacker in Rüsfort

Fotos: Georg Geers

Nach kurzem Bodenkontakt steigt der Ballon noch einmal kurz auf, bevor Pilot Rainer sein 50.000 Euro teures Luftgefährt souverän auf dem Acker „parkt“. Mit vereinten Kräften wird der Ballon verstaut, während bei den Damen bereits die Sektkorken knallen.

Nach der Landung wird eine Haarträne des Mitfahrer angesengt, das feurigen mit Sekt gelöscht und mit Erde aus dem landungsocker bestrichen.

Nach der Landung wird eine Haarträne des Mitfahrer angesengt, das feurigen mit Sekt gelöscht und mit Erde aus dem landungsocker bestrichen.

Aber langsam. Bevor eine erste Ballonfahrt offizielle endet, erfolgt die Taufe der Passagiere, bei der diese zwar einige Haare lassen müssen, dafür aber mit einer Urkunde auch einen klangvollen Namen verliehen bekommen. „Luftgraf Theodor I, entschwebender Aeronaut zu Eggermühlen“ oder „Freifrau Beate zu Schulte, flotte Eroberin des Eggermühlener Luftraums“ zum Beispiel.

Am 20. August veranstaltet die Gemeinde Eggermühlen, gemeinsam mit Sportverein, Heimatverein und Landjugend das 3. RadAktiv im Eggertal. Die vier Routen zwischen 5 und 60 Kilometer starten am Sternbuschstadion. Eine attraktives Familienprogramm mit Kaffee und Kuchen wartet auf Besucher und Teilnehmer. Den Termin können sich Radler und Interessenten schon mal vormerken. Eine detaillierte Tourbeschreibung wird noch veröffentlicht.