„Wegegeld-Hebestelle“ vor 150 Jahren aufgelöst

Heimatverein Eggermühlen restaurierte alte Zollstelle

Ankum-Holsten Als im Sommer 2001 der neue Radweg entlang der Straße Eggermühlen-Ankum fertiggestellt wurde, entstanden auf Initiative der Gemeinde Eggermühlen diverse Infotafel, die auf geschichtliche Begebenheiten und Belange hinweisen. Einer dieser markanten Punkte war die Errichtung eines Schlagbaumes bei der Gaststätte Dobelmann in Holsten.

Frisch renoviert informieren Hinweisschild um Zollschranke den Vorbeifahrenden wieder übergeschichtliche Belange. Unser Foto entstand bei der Einweihung mit dem Gastwirtsehepaar Hedwig und Hubert Dobelmann an der Grenze zwischen Holsten und Eggemühlen.

Frisch renoviert informieren Hinweisschild um Zollschranke den Vorbeifahrenden wieder übergeschichtliche Belange. Unser Foto entstand bei der Einweihung mit dem Gastwirtsehepaar Hedwig und Hubert Dobelmann an der Grenze zwischen Holsten und Eggemühlen.

Neben dem weiß-rot lackierten Schlagbaum wurde dort ein eichener Hinweiskasten mit Kupferdach aufgestellt. Nach nunmehr fast 20 Jahren hatten Witterungseinflüsse dem Infobauwerk derart zugesetzt, dass für den Erhalt eine Restaurierung unausweichlich war.  Da die einstige Initiative aus der Gemeinde Eggermühlen erfolgte, nahm sich der Heimat- und Verkehrsverein Eggermühlen der Restauration an und demontierte das gewichtige Infoschild. Dessen stellvertretende Kassierer Franz-Josef Schmied reinigte das massive Gestell sowie die angesetzte Tafel und versah es mit einem frischen Anstrich. Auf stabilen Edelstahlfüßen, die das Eggermühlener Unternehmen M&K Fördertechnik unentgeltlich beisteuerte, kann die Infotafel, an der nach Aussagen von Gastwirt Hubert Dobelmann sehr viele Radler stoppen, nun wieder in den nächsten Jahrzehnten Wind- und Wetter trotzen.

Die Historie des Ortes vermittelt eine Infotafel

Die Historie des Ortes vermittelt eine Infotafel

Der Text weist darauf hin, dass an dieser Stelle im Jahre 1869 letztmalige eine Zollgebühr fällig war. Zu lesen ist dort „Als Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Hauptverkehrsstraßen unserer Heimat befestigt wurden, suchten die Erbauer nach Möglichkeiten, die Baukosten wieder hereinzubekommen. An dieser Stelle, an der alten Heerstraße Ankum-Bippen-Berge, befand sich bis 1869 eine Wegegeld-Hebestelle mit einem Zollbaum. Hebestellen wurden damals entlang von Heerstraßen im Abstand von einer geografischen Meile errichtet. Fuhrwerke mit einer Radbreite von unter 25 Zentimetern hatten Wegegeld zu entrichten. Die Höhe der Abgabe richtete sich auch nach der Felgengröße des Fahrzeugs. Eine Hebestelle brachte jährlich etwa 300 bis 400 Taler ein. Für ein kleines „Wegegeld“ kredenzt Ihnen der Wirt gern einen erfrischenden Tropfen. Gönnen Sie sich eine Rast an historischer Stelle“

Auf die gelungene Restaurierung stießender Heimatverein mit Gastwirt Dobelmann und Bürgermeister Frerker mit einem “Zaollbaum-Tröpfen an.

Auf die gelungene Restaurierung stießender Heimatverein mit Gastwirt Dobelmann und Bürgermeister Frerker mit einem “Zaollbaum-Tröpfen an.

Diesen erfrischenden Tropfen hatte das Gastwirtsehepaar Hedwig und Hubert Dobelmann auch beim jüngsten Ortstermin des Heimatvereinsvorstandes als Dank für die erfolgte Instandsetzung parat. Sein „Zollbaum-Tröpfchen“, ein schmackhafter Kräuterschnaps sei auch nach fast 20 Jahren seit seiner Einführung noch ein beliebtes Souverier, so Dobelmann. Bei einem Umtrunk, den Dobelmann in Beisein von Eggermühlens Bürgermeister Markus Frerker zum Abschluss der Instandsetzungsarbeiten spendierte, bedankte sich Frerker wie auch Gastwirt Dobelmann für das Engagement des Heimatvereins.

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