„Oase der Besinnung“ war Ziel der Radwanderung

Zur äußersten Grenze der Samtgemeinde Bersenbrück führte die diesjährige Radwanderung. Ziel war die „Oase der Besinnung“, ein Zweigbetrieb der Firma Lemke Bestattungen in Gehrde. Hier an der Grenze zu Fladderlohhausen hat die Familie Lemke vor vier Jahren einen ehemaligen Bernhof erworben und diesen im Laufe der Jahre in eine Trauerstätte umgewandelt.

Auf dem großen Areal mit altem reetgedeckten Bauernhaus entstand in Fachwerkbauweise eine geräumige Trauerhalle, in der etwa hundert Personen Platz finden. Neben Trauerfeiern, die hier abgehalten werden könne, entsteht im selben Neubau ein Trauercafe für etwa hundert Personen. Eingerichtet wurde in einem ehemaligen Stallgebäude ein Kolumbarium, eine Aufbewahrungsstätte für Urnen. 

An der Hase in Bersenbrück wurde eine Verschnaufpause eingelegt

An der Hase in Bersenbrück wurde eine Verschnaufpause eingelegt

Das Ehepaar Lemke (links) erläuterte den Radlern das Konzept des Unternehmens

Das Ehepaar Lemke (links) erläuterte den Radlern das Konzept des Unternehmens

Die neu errichtete Trauerhalle “Oase der Besinnung”

Die neu errichtete Trauerhalle “Oase der Besinnung”

In Vitrinen werden die Urnen der Verstorbenen in dem Kolumbarium aufbewahrt

In Vitrinen werden die Urnen der Verstorbenen in dem Kolumbarium aufbewahrt

Unterwegs auf der “Fürstenallee” in Gehrde

Unterwegs auf der “Fürstenallee” in Gehrde

Mit einem Floß ging es zwischen Rüsfort und Talge über die Hase

Mit einem Floß ging es zwischen Rüsfort und Talge über die Hase

In der Maiburg Hexen getroffen

Zur Hexentreppe in die Maiburg führte die Ferienspaßaktion, die der Heimat- und Verkehrsverein für Kinder und Jugendliche in Eggermühlen angeboten hatte. Bei der Wöstenesch-Wassermühle ging es mit Fahrrädern los. Vorbei am Sussumer Steinplateau, radelte die Truppe mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Theo Schulte voran in Richtung Maiburg. Angekommen bei der Hexentreppe, um die sich viele Sagen ranken, tauchen aus dem Unterholz dann zwei gespenstisch anmutende Wesen, die sich über die Lautstärke der Kinder beschwerten auf.

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Die Hexe Kühlwalda (Annette Wilke) und Erdmuthe (Emma Geers) mischten sich unter die Kinder. „Müsst ihr denn so einen Krach machen, wenn wir unsere Mittagessen vorbereiten?“, so Hexe Kühlwalda. Was denn so alles in den Kochtopf von Hexen wandert, erfuhren die Kids dann ebenso wie die unheimlichen Geschichten, die sich um Hexentreppe, Tangeschlucht, Teufels Brotschapp oder den Näpfchenstein ranken. Die gruseligen Informationen boten natürlich viel Gesprächsstoff für die Rückfahrt nach Eggermühlen, wo am Ausgangspunkt der Veranstaltung Pommes und kühle Getränke auf die Kinder und mitradelnden Eltern warteten. Unser Foto entstand bei dem Hexenbesuch in der Maiburg. Fotos: Georg Geers

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Eine Backtradition ging zu Ende

Am 29. Mai 2021 ging in Eggermühlen eine traditionsreiche Handwerksgeschichte zu Ende. Die Bäckerei Meyer schloss ihre Pforten. Viele Kunden werden die Kuchen- und Brotspezialitäten vermissen und ihnen nachtrauern. Das legendäre Schwarzbrot aus Eggermühlen, die von Meisterhand gebackenen und verzierten Weggen- und Kilmerstuten, Meyers „Schweineohren“ und Tortenkreation, all diese Spezialitäten lockten Kunden aus dem gesamten Altkreis viele Jahrzehnte lang Woche für Woche nach Eggermühlen. In den Schilderungen von Firmeninhaber Johannes Meyer schwingt bei unserem Besuch eine gehörige Portion Wehmut mit. Gemeinsam mit seinem Bäckerteam und einigen Angestellten führte der 68jährige seit 34 Jahren die Backstube und das angrenzende Lebensmittelgeschäft. „Bereits mein Urgroßvater Bernhard Meyer, der die Wassermühle 1870 von Baron von Boeselager gepachtet hatte, backte damals Schwarzbrot. Obwohl er den Beruf des Müllers ausübte und kein Bäcker war, war sein Schwarzbrot bei seiner Kundschaft sehr beliebt“, erzählt Johannes Meyer. Das Rezept und die Beliebtheit des kernigen Brotes finden noch heute viele Anhänger. Bis vor wenigen Jahren wurde zwei Mal in der Woche jeweils 325 Kilogramm gebacken. 

Am 27. April heizte Johannes Meyer seinen antiken Backofen noch einmal für die letzte Schwarzbrot-Backaktion

Am 27. April heizte Johannes Meyer seinen antiken Backofen noch einmal für die letzte Schwarzbrot-Backaktion

Stefan Krümberg, Ruth Spieker und Johannes Meyer backen das letzte Schwarzborot

Stefan Krümberg, Ruth Spieker und Johannes Meyer backen das letzte Schwarzborot

Aufgrund der Vielfalt der Brotsorten, etwa 20 Varianten sowie diverse Brötchensorten hatte Meyer in den Auslagen, sowie den geänderten Essgewohnheiten der Kundschaft, reduzierte sich die Schwarzbrotmenge in den letzten Jahren. Alle vier Wochen haben zum Schluss wir noch 150 Kilogram des deftigen Roggenbrotes gebacken, so der Bäckermeister. Neben dem vielfältigen Brotsortiment waren es vor allem auch die „süßen Backwaren“, die den Namen „Möller Meyer“ bekannt gemacht haben, weiß Bäckermeisterin Ruth Spieker. Ab 1987 absolvierte sie bei Meyer eine Ausbildung zur Bäckerin. Die saisionalen Rührteigschnitten, das Dauergebäck, die „Schweineohren“ aus mit Schokolade überzogenen Blätterteig und vor allem die kreativen Torten waren unsere Renner. Handgemacht und handverpackt galten auch Meyer Spekulatius, die in der Vorweihnachtszeit gebacken wurden, als Verkaufsschlager. 

Bäckereimeisterin Ruth sorgte mit Ihren Kollegen für leckere Backwaren

Bäckereimeisterin Ruth sorgte mit Ihren Kollegen für leckere Backwaren

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Die Welt dreht sich weiter

Viele hundert Weggen- und Kilmerstuten in unzähligen Varianten und kunstvollen Schriftzügen gingen aus Meyers Backstube in alle Himmelsrichtungen. An manchen Wochenenden waren es bis zu 20 Weggen, die wir hier produziert haben, fügt Stefan Krümberg hinzu. Seit 22 Jahren gehört der Ankumer zum Bäckerteam. Die Welt dreht sich zwar weiter, aber mit der Schließung einer der letzten Handwerksbäckereien, verliert die Region einen Anlaufpunkt für handgemachte Backspezialitäten, weiß Christa Geers. 43 Jahre war die Einzelhandelskauffrau aus Eggermühlen bei der Bäckerei Meyer beschäftigt.

Die Belegschaft vor der zum letzten mal gut bestückten Kuchentheke, v.l. Johannes Meyer, Ruth Spieker, Irena Strack, Anna Arzich, Stefan Krümberg, Christa Geers, Waltraud Feldker, Monika Klune

Die Belegschaft vor der zum letzten mal gut bestückten Kuchentheke, v.l. Johannes Meyer, Ruth Spieker, Irena Strack, Anna Arzich, Stefan Krümberg, Christa Geers, Waltraud Feldker, Monika Klune

An die „neue Freiheit“ nach der Schließung unseres Geschäftes, muss ich mich sicherlich erst einmal gewöhnen, resümiert Johannes Meyer. mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Nach vier Generationen sei das schon ein emotionaler Schritt. Die fehlende Geschäftsnachfolge und die Eröffnung eines neuen Edeka-Marktes Mitte Juni in Eggermühlen, haben mich darin bestätigt, nun einen Schlussstrich zu ziehen. Seiner an Multiples Sklerose erkrankten Frau Maria und seinem Unimog, an dem er gerne herumbastelt, kann er jetzt mehr Zeit widmen.




Müllertradition seit fast 900 Jahren

Weit in die Geschichte zurückverfolgen lässt sich das Gewerbe der Müllerei in Eggermühlen. Schon aus einer Urkunde des Jahres 1134 geht das Vorhandensein von mindestens zwei Wassermühlen zurück.

Bernhard Meyer

Bernhard Meyer

1858 Jahren trat Bernhard Meyer als Müllerknecht in den Dienst des Freiherrn von Boeselager. 1870 heiratete er Maria Billenkamp, die Tochter des Bäckers Billenkamp aus dem Ankumer Oberdorf (neben der alten Küsterei) übernahm er als Pächter die untere der drei Wassermühlen am Eggermühlenbach.

Johannes Meyer

Johannes Meyer

Sein Sohn Johannes modernisierte 1925 den Betrieb. Er war verheiratet mit Elisabeth Husmann aus Hastrup. Das Wasserrad, welches bis dahin die Mühlentechnik antrieb, wurde durch eine Francis-Turbine ersetzt.

Bernhard Meyer

Bernhard Meyer

Desen Sohn, Bernhard Meyer führte das Unternehmen bis 1987 weiter. Verheiratet war er mit Käthe Kleinbernds aus Voltlage. Bernhard Meyer baute Bäckerei und Lebensmittelhandel weiter aus. Da Bernhard Meyer Müllermeister aber kein Bäcker war, sorgte Josef Freese für die Erweiterung und den Ausbau des Backwarensortimentes. Ihm folgte in den 1980er Jahren Bäckermeister Hermann Hermes aus Ohrte. Im Jahre 1980 sowie 1995 erfolgten umfangreiche Um- und Anbauten. Im Betrieb betätigte sich auch Bernds Bruder Hermann. Bis 2002 war er für die Schweinewaage verantwortlich. Viehhändler aus der Region ließen hier ihr Vieh, das sie von den umliegenden Bauern holten wiegen, bevor es in die Schlachtereien transportiert wurde. Meyers Schwester Finchen war für den kaufmännischen Bereich der Bäckerei und des Lebensmittelladens zuständig.

Johannes Meyer

Johannes Meyer

In der vierten Generation leitete Johannes Meyer den Bäckereibetrieb bis Mai 2021. Verheiratet ist er mit Maria Iding aus Druchhorn.









„Grünen Daumen“ vom Großvater geerbt

Gärtnerei Göcke schließt Ladengeschäft zum 30. Juni

Ob Trauerfloristik, Frischblumen oder Tischdekorationen. Für Blumenschmuck war die Gärtnerei Göcke über Jahrzehnte eine kompetente Anlaufstelle für Kunden aus einem weiten Einzugsgebiet. Seit 1982 betreibt Heiner Göcke das Unternehmen in dritter Generation. Noch bis zum 30. Juni. Dann gehört der Ladenverkauf der Vergangenheit an. Mit seinem langjährigen Mitarbeiter Frank Wilberding kümmert sich Göcke aber weiterhin um Gehölzschnitt und Pflegearbeiten.

„Wir sind quasi eine Familie“ sagt Heiner Göcke über das hervorragende Betriebsklima seiner Mannschaft. Unser Foto zeigt v.l. Seniorchefin Wilma Göcke, Heiner Göcke, Stefanie Heine, Frank Wilberding, Mechthild Göcke, Katja Borgmann, Petra Küthe und Claudia Plagge

„Wir sind quasi eine Familie“ sagt Heiner Göcke über das hervorragende Betriebsklima seiner Mannschaft. Unser Foto zeigt v.l. Seniorchefin Wilma Göcke, Heiner Göcke, Stefanie Heine, Frank Wilberding, Mechthild Göcke, Katja Borgmann, Petra Küthe und Claudia Plagge

„Wir möchten nach den drei Jahrzehnten, in denen wir sieben Tage in der Woche für unsere Kundschaft hinter der Ladentheke gestanden haben, nun kürzertreten“, so das Ehepaar Göcke. Gern hätten sie den Betrieb an eine ihrer langjährigen Mitarbeiterinnen übergeben. Durch das permanente Präsentsein, dass die Führung eines solchen Unternehmens erfordere, sei das aber leider nicht gelungen. Alle Mitarbeiterinnen hätten bereits neue Jobs in der Umgebung gefunden. „Uns wird die Kundennähe, die hier sicherlich einzigartig war, ganz bestimmt fehlen“, so Petra Küthe. Seit 20 Jahren berät die Floristin Kunden, kreirt Trauerfloristik, Brautsträuße oder Tischarragements. „Um individuelle Kundenwünsche realisieren und ausführen zu können, waren für uns ein enger Kundenkontakt und vor allem eine individuelle Beratung wichtigste Kriterien“, sagt Mechthild Göcke. Viele tausend Kränze wurden in der Gärtnerei Göcke handgebunden und mit üppigem Blumenschmuck ausgestattet. Unzählige individuelle Brautsträuße entstanden in der „Blumenwerkstatt“.

Das Gründerehepaar Elisabeth und Wilhelm Dierker (4.+3. v.r.) mit der Familie Kamlage (v.l.links Josef, Christa, Besuch aus Osnabrück, Heinz Kamlage und Fritz Buchholz (rechts) im Garten des Schlosses Eggermühlen. Vor der Orangerie, dem Herzstück der weitläufigen Gartenanlage, sind die damals noch Sandsteinskulpturen zu sehen, die die vier Erdteile verkörpern. Diese befinden sich heute im Park des Osnabrücker Schlosses.

Das Gründerehepaar Elisabeth und Wilhelm Dierker (4.+3. v.r.) mit der Familie Kamlage (v.l.links Josef, Christa, Besuch aus Osnabrück, Heinz Kamlage und Fritz Buchholz (rechts) im Garten des Schlosses Eggermühlen. Vor der Orangerie, dem Herzstück der weitläufigen Gartenanlage, sind die damals noch Sandsteinskulpturen zu sehen, die die vier Erdteile verkörpern. Diese befinden sich heute im Park des Osnabrücker Schlosses.

Gern hat Heiner Göcke seinen Beruf ausgeübt. Gehölzschnitt und Pflegearbeiten führt er auch künftig durch.  

Gern hat Heiner Göcke seinen Beruf ausgeübt. Gehölzschnitt und Pflegearbeiten führt er auch künftig durch.  

Als Gutsgärtner gestartet

Im Jahr 1927 war Großvater Wilhelm Dierker als Gutsgärtner in den Dienst der Familie von Boeselager getreten. Er kümmerte sich um Schloßpark und die vielfältige Vegetation in der angrenzenden Orangerie. 1940 eröffnete er mit seiner Frau Elisabeth, geborene Tewes, im Gärtnerhaus jenseits der Großen Allee einen Blumenladen. Hier verkaufte Elisabeth Dierker Sämereien und Obstgehölze. In den Herbst- und Wintermonaten bereiste sie mit dem Fahrrad die Höfe der Region. Von Schwagstorf über Bippen bis Berge schätzte man die quirlige Geschäftsfrau, die dann Bestellungen für Sämereien, für Rüben- und Runkelsaaten oder Baumsetzlinge aufnahm. 

Wilma und Heinrich Göcke mit Sohn vor der Orangerie des Eggermühlener Schlosses

Wilma und Heinrich Göcke mit Sohn vor der Orangerie des Eggermühlener Schlosses


15 Kränze auf dem Fahrrad

Schon damals war auch die Kranzbinderei eines ihrer Standbeine. Die Kränze wurden dann mit dem Fahrrad ausgeliefert. Eine Schilderung seines Großvaters, wie diese Auslieferung erfolgte, hat Heiner Göcke noch heute präsent. So hätte seine Großmutter einmal 15 Beerdigungskränze mit dem Fahrrad nach Bippen transportiert. In einer Tour wohlgemerkt. Der Preis für einen Kranz, der zwar etwas kleiner als die heutige Kränze gewesen sei, habe in den Anfangsjahren 5,- D-Mark betragen.  

Heinrich Göcke trat am 1. Mai 1950 in die Fußstapfen seines Schwiegeraters und in den Dienst des Baron von Boeselager. Bereits 1957 hatte er mit seiner Frau Wilma, in einem der ersten Häuser in der zaghaft wachsendem Siedlung an der Kirche ein neues Ladengeschäft errichtet. Während seine Frau Wilma sich um den Ladenverkauf kümmerte, arbeitete Göcke bis 1981 zudem als Gärtner auf dem Gut von Boeselager. 

Die „Lichternächte bei Göcke“ lockten in den letzten Jahren viele Besucher nach Eggermühlen.

Die „Lichternächte bei Göcke“ lockten in den letzten Jahren viele Besucher nach Eggermühlen.

Anerkannter Ausbildungsbetrieb

Mittlerweile hatte Sohn Heiner 1980 seine Meisterprüfung absolviert und stieg 1982 in den väterlichen Betrieb ein. Seine Frau Mechthild, geborene Altmann, kümmerte sich ab 1988 neben dem Ladengeschäft um die Buchhaltung. Mit Fortbildungsseminaren, unter anderem für Trauer- oder Hochzeitsfloristik, erweiterte Heiner Göcke sein Wissen und seine Fachkompetenz. Eine Reihe von Auszubildenden erlangten in der Gärtnerei das Rüstzeug für ihren beruflichen Werdegang. 1983 wurde ein Neubau errichtet, auf einem Nachbargrundstück entstanden Folientunnel und 2011 erfolgte mit einem Anbau die Erweiterung der Verkaufsfläche. Als besondere Events zogen die „Lichterabende“ Jahr für Jahr viele Besucher in die illuminierten Verkaufsräume.

Der Umgang mit unserer Kundschaft, besonders auch der „Schnack zwischendurch“, da sind sich Firmenleitung und das Verkaufsteam sicher, das wird uns künftig fehlen. „Dat dat, wat wi in al de Jahre uppbauet hebt, hüte tau Ende gaht“ so Senionchefin Wilma Göcke, „dat is al traurig, oavwer was schall man moaken, wenn sück kien Nachfolger findet“.
















„Brandt Markenzieback“ sponsert Stärkung für Wanderfreunde

Goldgelb und Knusprig - so kennen Millionen den „Brandt“-Zwieback. Generationen sind mit ihm aufgewachsen. Anlässlich des hundertsten Geburtstages des Tranditionsgebäcks startet die Bandt Zwiebacks GmbH eine Aktion für Wanderfreunde. Den Knusperzwieback im Doppelpack für unterwegs stellte sie Wandergruppen kostenlos zur Verfügung. 

„Brandt-Snacks“ für den Hunger unterwegs überreichte WGV-Präsident Ulrich Gövert an Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Eggermühlen sowie an eine Jugendwandergruppe. Foto: Georg Geers

„Brandt-Snacks“ für den Hunger unterwegs überreichte WGV-Präsident Ulrich Gövert an Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Eggermühlen sowie an eine Jugendwandergruppe. Foto: Georg Geers

Ulrich Gövert, Präsident des Wiehengebirgsverbandes (WGV) und Vorsitzender des Niedersächsischen Wanderverbandes bewarb sich bei Brandt. Mehrere hundert Doppelpacks wurden daraufhin in Eggermühlen angeliefert. Da das Thema Wandern, besonders in den vergangenen Pandemiemonaten, viele neue Anhänger gefunden hat und einen wahren Aufschwung erlebte, so Gövert, kam diese „Brandt-Aktion“ passend zur Wandersaison 2021. Auf dem „Sussumer Steinplateau“ in Eggermühlen verteilte er die ersten Gratisproben an den Heimat- und Verkehrsverein Eggermühlen sowie an eine Jugendwandergruppe. Die handlichen Packs, so der Vorsitzendes der Heimatvereins Theo schulte, passen hervorragend in die Jackentasche. Luftdicht versiegelt sind sie als knackige Snacks längere Zeit haltbar. 

Wanderhappen für unterwegs hatte Ulrich Gövert (rechts) auch für Peter Schmitz, Reinhold Kortland, Georg Geers und Theo Schulte parat. Foto: Henry Gövert

Wanderhappen für unterwegs hatte Ulrich Gövert (rechts) auch für Peter Schmitz, Reinhold Kortland, Georg Geers und Theo Schulte parat. Foto: Henry Gövert

Das Unternehmen Brandt mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Hagen produziert Zwieback, Schokolade, Snacks und Knäckebrot an vier deutschen Standorten. Die Brandt Gruppe beschäftigt in Deutschland insgesamt 848 Mitarbeiter.

Aussichtspunkte markiert

Was sieht man denn hier am Horizont? Die Frage beantwortet auf dem Rastplatz „Sussumer Steinplateau“ jetzt ein Panorama-Infosschild. Auf einem Foto, das in 180 Grad-Perspektive den Horizont abbildet, verdeutlichen zehn Abbildungen, in welcher Richtung sich diverse Kirchtürme oder Windkraftanlagen befinden.

Für eine bessere Orientierung installierte der Heimatverein auf dem Sussumer Steinplateu ein Panorama-Infoschild, auf dem markante Punkte am Horizont abgebildet sind. Unser Foto zeigt v.l. Theo Schulte, Peter Schmitz, Franz-Josef Schmied und Theo Me…

Für eine bessere Orientierung installierte der Heimatverein auf dem Sussumer Steinplateu ein Panorama-Infoschild, auf dem markante Punkte am Horizont abgebildet sind. Unser Foto zeigt v.l. Theo Schulte, Peter Schmitz, Franz-Josef Schmied und Theo Meyer.

Die Frage, wo am Horizont man denn Menslage, Quakenbrück oder Gehrde suchen müsse, so der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsverein, Theo Schule, werde von Besuchern des Steinplateaus immer wieder gestellt. Neben der Marienkirche in Menslage, dem Pfanniturm in Cloppenburg, den Kirchen in Quakenbrück und Badbergen, sind auf dem Panoramaschuld eine Reihe von Windkraftanlagen abgebildet. Der Blick ins Artland und das Oldenburger Münsterland wird dadurch vor Ort bildlich untermauert.

Privater Einsatz für den Umweltschutz

Heimatverein- und Verkehrsverein setzt auf Eigeninitiative

Mit gemeinsamen Abfallsammelakionen beteiligte sich der Heimatverein bisher an der jährlich stattfindenden Awigo-Initiative. Da diese Aktionen Corona bedingt auch im Jahr 2020 nicht durchgeführt wurden, appellieren die Heimatfreunde an Eigeninitiative, die Landschaft sauber zu halten. Beim Bollerwagen-Spazierganz mit den eigenen Kindern zum Beispiel.

Alljährlich im Frühling zogen in den vergangenen Jahren Schulklassen, Landjugendgruppen oder Heimatverein los, um achtlos weggeworfenen Müll an Straßenrändern und Plätzen aufzusammeln. Es ist im vergangenem Jahr einiges liegen geblieben, so Theo Schulte, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsverein Eggermühlen. Besonders Fastfood-Verpackungen und zunehmend auch Masken verunstalteten die Landschaft. Dem entgegenzuwirken und schon Kinder mit dem Problem des Mülls zu konfrontieren, so Schulte, sei die effektivste und wirksamste Waffen gegen den Umweltfrevel. Mit Sohn und Enkelkinder machte er sich, wie auch sein Nachbar Daniel Kortland mit Bollerwagen auf zu einem „Müllsammel-Spaziergang“. Um selber aktiv zu werden, müsse sich jeder einmal an die eigene Nase fassen. Wenn er vor seiner eigenen Haustüre die Augen offenhalte, bei einem Spaziergang, am besten natürlich mit einem Bollerwagen, die unschönen Hinterlassenschaften am Wegesrand aufsammeln würde, sähe es in der Landschaft besser aus. Es sei auch kein Problem, sich einmal einen bestimmten Straßenabschnitt, bewaffnet mit einem kleinen Müllsack und Handschuhen, mit dem Fahrrad vorzunehmen. Am effektivsten allerdings wäre die Müllvermeidung. Allein in Deutschland fielen im vergangenen Jahr 350.000 Tonnen To-Go-Verpackungen an. Wenn es schon der Burger in Styroporverpackung sein muss, kann es doch nicht so schwer sein, die Verpackung dann auch zu Hause zu entsorgen, anstatt diese unterwegs achtlos aus dem Fenster zu schmeißen, so Daniel Kortland. Den eingesammelten Müll entsorgten die „Bollerwagen-Spaziergänger“ übrigens in der heimischen Mülltonnen. Die unkonventionelle und sehr effektive Aktion sollte viele Nachahmen finden.


Eine Maske ganz besonderer Art entdecke Jos Schulte am Straßenrand in Sussum.

Eine Maske ganz besonderer Art entdecke Jos Schulte am Straßenrand in Sussum.

Fastford-Verpackungen könnte man auch Zuhause entsorgen, anstatt sie achtlos wegzuwerfen

Fastford-Verpackungen könnte man auch Zuhause entsorgen, anstatt sie achtlos wegzuwerfen

Mit dem Bollerwagen auf “Mülltour”

Mit dem Bollerwagen auf “Mülltour”

“Jeder könnte seinen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten, wenn bei einem Spaziergang Müll in eine mitgebrachte Tüte wandern würde,” so Heimatvereinsvorsitzender Theo Schulte

“Jeder könnte seinen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten, wenn bei einem Spaziergang Müll in eine mitgebrachte Tüte wandern würde,” so Heimatvereinsvorsitzender Theo Schulte