Bargeldversorgung auf eigene Füße stellen

„Wie wird unsere Gemeinde in Zukunft aufgestellt sein“. Diese Frage diskutierten Bürger mit Vertretern des Rates und Tim Strakeljahn von der Lingener Agentur Protein, die im Auftrag der Landvolkhochschule Oesede Fragen der Regional- und Dorfentwicklung analysiert hatte. Die Ergebnisse einer Seniorenbefragung in der Samtgemeinde Bersenbrück stelle Gabriele Linster, Ehrenamtkoodinatorin und Seniorenbeauftragte der Samtgemeinde vor.

Mit Bürgern diskutierten Tima Strakeljahn, Gabriele Linster und Bürgermeister Markus Frerker. (v.l.) Foto: Georg Geers

Mit Bürgern diskutierten Tima Strakeljahn, Gabriele Linster und Bürgermeister Markus Frerker. (v.l.) Foto: Georg Geers

In mehreren „Dorf- und Dialogabenden“ hatten Bürger der Gemeinde Zukunftsperspektiven diskutiert, über demografischen Wandel gesprochen und über Vereinsleben, die Arbeitsplatz- und Freizeitmöglichkeiten philosophiert. Ihre Eindrücke und Wünsche dieser „Dorfgespräche“ teilten die Bürger dem Rat in den vergangenen Wochen auf vorgefertigten Karten mit. Derzeit verfüge Eggermühlen über eine gute Nahversorgung. Einkaufsmöglichkeit wie Arzt- und Zahnarztpraxis sei am Ort vorhanden. Wie aber sieht es in Zukunft aus? Diese Frage beschäftigte viele Bürger. Viel wurde aufgrund der „Dorfgespräche“ im Ort diskutiert, einiges auch im Vorfeld zerredet, so Bürgermeister Markus Frerker. Ein positiver Dialog sei gefragt.  Die Gesundheitsversorgung, so Frerker, sei über die nächsten Jahre gesichert, auch im ortsansässigen Gärtnereibetrieb sei die Nachfolge gerecht. Mit beiden Einkaufsmärkten seien Gespräche geführt worden. Über Nachfolgeregelungen müsse man sprechen und dürfe diese nicht zerreden. Anregungen, einen adäquaten Raum für die Landjugend zu schaffen, wurden von der Landjugend bereits beim ersten „Dorfgespräch“ gemacht. Dass sich aus diesen Gesprächen nun Taten entwickelt hätten, so Landjugendvorsitzende Anne Lena Klune, sei ein positiver Aspekt der Veranstaltung. Auch habe man gemeinsam mit dem Heimatverein Plattdeutschabende durchgeführt. Diese sollen fortgesetzt werden. Die Ernennung eines Plattdeutschbeauftragten regte Ulrich Gövert an. Dieser könne als Schnittstelle der Verein Belange der plattdeutschen Sprache koordinieren und Synergien mit anderen Institutionen schaffen. 

Rund 90 Prozent der Bundesrepublik zählen zum ländlichen Raum. Damit ist er Zuhause für mehr als die Hälfte der Deutschen und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für das ganze Land. Die Gesprächsabende in Eggermühlen, so Tim Strakeljahn hätten nicht das Ziel gehabt, den Bürgern zu zeigen „wo es lang gehe“.  Er freute sich, mit der Veranstaltungsreihe Diskussionen angeregt zu haben, die Bürger zum Teil auch umgesetzt hätten.

Die mangelnde Bargeldversorgung war ein weiteres Thema, dass Markus Frerker ansprach. Nach dem Wegzug der Kreissparkasse müssten Filialen in Nachbargemeinden aufgesucht werden, um an Bargeld zu kommen. Dieser Zustand sei in den Augen vieler Bürger unhaltbar. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Moneyserv biete sich in Eggermühlen die Möglichkeit, einen eigenen Geldautomaten zu installieren. An der Bippener Straße, in der Nähe des Edekamarktes Havermann, könne man sich einen Standort vorstellen. Bei einer Abhebegebühr von 1,49 Euro bei etwa 1000 Transaktionen im Monat für Kunden umliegender ortsansässiger Banken würde sich ein Geldautomat rechnen. Angeregt wurde bei dem Abend, dazu eine Bürgerbefragung am Tag der Bundestagswahl am 24. September zu starten.

Weiteres Thema, das den Bürgern unter den Nägeln brenne, sei der Breitbandausbau. Hier werde sich in der Fläche in naher Zukunft einiges verbessern.

Auch das Thema Turnhalle sprach der Ratsvorsitzende an. Da die örtliche Sporthalle nicht mehr den Anforderungen eines Schulsportbetriebes entspreche, sei ein Modernisierung und Vergrößerung nötig. Mit den Anliegern habe man bereits Gespräche geführt.

Eggermühlen verfüge über außerordentlich agile Senioren. Diesen Schluss zog Gabriele Linster aus einer Befragung, die auf Samtgemeindeebene durchgeführt worden sei. 115 Personen, 56 Prozent der über 70zigjährigen hätten sich in Eggermühlen daran beteiligt. 89 von Ihnen seien noch mit dem Auto mobil, 63 nutzten regelmäßig ein Fahrrad, 35 das Internet und 57 verfügten über ein Handy. Linster verwies auf die Möglichkeit, sich bei Umbau auf altersgerechtes Wohnen kostenlose Unterstützung beim Seniorenbüro in Bersenbrück zu holen.